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Dogs Care Schaper

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Mit diesem Blog wollen wir einige Themen, die uns oder unsere Kunden umtreiben etwas ausführlicher darstellen. Zum Teil werden wir einige Beiträge als Anregung zum Nachdenken und einige Artikel als Statements (manchmal auch Beides) veröffentlichen.
Immer wieder stelle ich in der Verhaltenstherapie fest, dass es große Unsicherheiten gibt, welcher Hund zu einem passt, bzw. weshalb ein schon in der Familie lebender Hund zunehmend unkontrollierbarer wird. Nicht selten wurde beim Kauf (vor allem bei Rassehunden) hauptsächlich eine Rasse gewählt, die einem "gefällt". Vor allem optisch. Oft spielt die genetische Grundveranlagung des Hundes dabei kaum eine Rolle.In den einschlägigen Rassebeschreibungen klingt es aber auch zu gut:" Der Familie gegenüber loyal, freundlich und kinderlieb..." Leider werden dabei oft die rassespezifischen Bedürfnissen des Tieres "überlesen". Ein Retriever ist nun mal ein Jagdhund und ein Border Collie ein Hütehund. Erst wenn man als Halter diesen vorgegebenen Bedürfnissen des Hundes Rechnung trägt, wird er auch die anderen, oben genannten Eigenschaften entfalten können. Wobei wir auch gleich die Grenzen der Erziehung eines Hundes aufgezeigt bekommen, denn schaffe ich es als Halter nicht, auch nur annähernd die Bedürfnisse meines Hundes (z.B. ausreichende Bewegung und Auslastung auf kognitiver Ebene) zu befriedigen, wird auch eine noch so tolle Ausbildung auf dem Hundeplatz unweigerlich ins Leere laufen müssen. In einer Zeit, in der sehr viele Tiere auch als Geschenk herhalten müssen, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei der Auswahl eines Hundes zuerst geklärt werden muss, ob in den nächsten 10-17 Jahren die Bedürfnisse dieses speziellen Tieres befriedigt werden können. Ein Husky lebt nicht gern in warmen Wohnungen und ist mit zwei Stunden Spazieren gehen an der Flexi-Leine nicht mal ansatzweise ausgelastet. Ein Hütehund ohne zu hütende Herde oder sonstige Aufgaben wird sich irgendwann selbst eine Aufgabe suchen (die nicht unbedingt mit der Lebensweise des Halters kompatibel sein wird). Und die Grundpassion eines für die Jagd gezüchteten Hundes ist nun mal das Jagen. Kurz zusammengefasst: Einem Hund, den man sich in die Familie holt, sollte das gleiche Recht, seine Talente und Veranlagungen zu leben eingeräumt werden, wie allen anderen Familienmitgliedern auch. Viele Probleme werden gar nicht erst entstehen, wenn man von Anfang an mit ehrlichem und offenem Blick seine Wahl trifft.Wir als Hunde-Verhaltenstherapeuten sind gern bereit, Ihnen bei dieser wichtigen Entscheidung zur Seite zu stehen. Auch verantwortungsvolle Züchter werden in Kenntnis ihrer gezüchteten Rasse gern Auskunft geben.
Die Ernährungsgewohnheiten und -möglichkeiten in unserer Gesellschaft sind vielfältig und verändern sich je nach wissenschaftlichen (oder pseudowissenschaftlichen) Erkenntnissen ebenso, wie durch die Entwicklung der Gesellschaft in ethischer, finanzieller, ökologischer und freizeitrelevanter Hinsicht. Auch die Ernährung unserer Haustiere, speziell der Hunde und Katzen, beugt sich diesen Einflüssen. Dem Trend des Veganismus, der in den letzten Jahren in Deutschland immer mehr um sich greift, stellt sich auch zunehmend die Tier-Futtermittelindustrie und ergänzt die konventionellen Hundenahrungsangebote mit rein veganen Futtervarianten. So sind mehrere Trockenfutter, Nassfutter, Supplements für vegan ernährte Hunde und Katzen, sowie allerlei Leckerlis und Kauknochen in den letzten Jahren auf den Markt gekommen. Da die Produktpalette sich so rasant vergrößert hat, muss davon ausgegangen werden, dass heute wesentlich mehr Hunde vegan ernährt werden, als sich dies im Alltag darzustellen scheint. Viele Hunde- und Katzenhalter, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen der vegetarischen oder gar der veganen Ernährung verschrieben haben, stehen vor einem großen Problem. Einerseits wollen sie sich so ernähren, dass ihretwegen keine Tiere leiden und sterben müssen. Andererseits haben sie ein Familienmitglied, zu dessen grundlegender Versorgung immer auch tierische Produkte gehörten. Für diese Menschen stellt sich die moralische Frage: Können mit der Ernährung und dem Wohlergehen des eigenen Tieres, die zumeist unwürdigen Haltungsbedingungen und die Tötung anderer Tiere gerechtfertigt werden? Vermutlich liegt vielen Haltern von Hunden und Katzen zunächst das Wohl des eigenen Tieres mehr am Herzen, als das Wohl eines anonymes Schweins, Schafs, Huhns oder einer Kuh. Die Fachzeitschrift „Partner Hund“ beginnt ihre Novemberausgabe 2014 mit einem Beitrag unter dem Titel: „Jeder Hund ist ein Individuum“. Kaum ein Hundehalter wird diese These in Frage stellen. Doch wie ist es um unser Zugeständnis der Individualität anderer, von ihrer Sozialkompetenz ähnlich veranlagten Tieren bestellt und wie gehen wir mit diesen Individuen um? Das menschliche Gehirn scheint in der Lage zu sein, hohe ethische Ansprüche an sich und seine Umwelt zu richten, genau diese aber vollständig auszublenden, wenn es den eigenen Alltag negativ beeinflusst. Würde man im Eingangsbereich z.B. einer „Fressnapf“-Niederlassung eine Umfrage starten, bei der jeder den Laden Verlassende auf die Frage antworten müsste, ob er tierlieb sei, wäre die Quote der „Ja“- Antworten sicherlich bei 100 %. Wie kommt es also, dass Menschen, die gerade kiloweise getötete Tiere durch die Tür tragen, ehrlich und aus tiefster Überzeugung ihre Tierliebe versichern? Zu einem guten Teil scheint der Ausweg aus dieser offensichtlichen Ambivalenz darin zu bestehen, dass wir in unserem Sprachgebrauch zwischen Haus- und Nutztieren unterscheiden. Die kulturell bedingte Willkürlichkeit, mit der wir so zwischen liebens- und verzehrenswert unterscheiden, spiegelt sich sehr gut am Beispiel unseres Unverständnisses wider, wenn wir erfahren, dass in anderen Gesellschaften der Verzehr von Hunden und Katzen selbstverständlich zu sein scheint. Wiederum schauen andere Kulturen und religiöse Gruppen mit Abscheu auf uns, die wir keine Scheu haben, Schweine zu essen oder mit unseren Hunden im Familienverbund zu leben. Welche Gründe sind nun also ausschlaggebend, eine ernährungstechnisch gesehen tief greifende Veränderung in den über viele Hunde-Generationen etablierten Fütterungsgewohnheiten in Erwägung zu ziehen oder sogar auf vegetarisch bzw. vegan umzustellen? Wie oben schon angedeutet, wird das Töten und die Art der Haltung von Tieren zu Ernährungszwecken von Veganern grundsätzlich abgelehnt. Aus dieser Einstellung heraus ist es für diese Menschen häufig unvertretbar, ihre Hunde und Katzen mit tierischen Produkten zu ernähren. Die Konsequenz dieser Ansicht wäre auch die Lösung des Problems: Der Veganer hält sich kein Tier, zu dessen Ernährung tierische Produkte gehören. Und schon ist sein moralisches Dilemma behoben. (Tatsächlich gehen Tierrechtler sogar so weit, dass die Haltung von Tieren im Allgemeinen schon im höchsten Maße unethisch ist.) Doch viele Veganer leben nun mal gern mit Tieren wie Hunden und Katzen zusammen bzw. geben Hunden/Katzen aus dem Tierschutz ein Zuhause, möchten diese ihren Bedürfnissen entsprechend ernähren und trotzdem nicht am Leid sogenannter Nutztiere beteiligt sein. Es bleibt also nur die vegane Ernährung des Tieres als Lösung dieses Problems. Und hier stellt sich die Frage, ist diese Ernährung annähernd artgerecht oder fügt der Veganer nun seinerseits seinem Tier Schaden zu? Leider gibt es bisher keine größeren wissenschaftlich angelegten Studien, die eine Aussage treffen, ob diese Ernährung mit Vor- oder Nachteilen für die Tiere behaftet ist, oder ob es überhaupt einen Unterschied zur konventionellen Fütterung gibt. Alle Debatten zu diesem Thema werden von nahezu allen Beteiligten mit hoher (hauptsächlich ideologischer) Massivität geführt. Die bisher veröffentlichten Studien beziehen sich eher auf die Aussage der Halter, wie sie das Wohlbefinden ihrer Hunde einschätzen. Sind die Studien hingegen wissenschaftlich angelegt, ist die Zahl der teilnehmenden Tiere nicht so hoch, dass man daraus tatsächlich verallgemeinern könnte. Wahrscheinlich wird es noch einige Jahre bis Jahrzehnte dauern, bevor man eine gut untermauerte Aussage zu diesem Thema abgeben kann. Doch auch hier wird die Bandbreite, wie vegan gefüttert wird, sich ähnlich groß darstellen, wie bei der konventionelle Fütterung (wird nur veganes Trockenfutter gereicht, wird mit Zusätzen ergänzt, wird selbst gekocht...). Somit werden erst groß angelegte Studien über sehr lange Zeiträume zu brauchbaren Ergebnissen führen. Mindestens so lange wird diese Ernährungsweise sicherlich noch zu vielen kontroversen Diskussionen beitragen.
In den letzten Monaten wird mir immer bewusster, dass Hundehalter häufig nicht die Toleranz gegenüber Nicht-Hundehaltern aufbringen, die sie für sich und ihre Vierbeiner gerade von diesen vehement einfordern. Das Beispiel: Ein Jogger nähert sich dem frei laufenden Hund eines Hundebesitzers. Dieser (der Hundebesitzer) weiß: "Toller Hund, macht nix, will mal freundlich am Jogger schnüffeln, haben also alle was davon". Häufig vergisst der Hundehalter dabei, dass hundelose Menschen nicht automatisch: Hundefreunde, hundeerfahren oder gar Sozialkontakt-Übungs-Dummys für das eigene Tier darstellen. Wenn jemand joggen geht, kann man davon ausgehen, dass er auf keinen Fall von fremden Hunden umkreist, angesprungen, zum Spielen aufgefordert, angekläfft werden will. (Wahrscheinlich will er einfach in Ruhe trainieren.) Wie unangenehm, nervig, vielleicht sogar beängstigend muss sich das für einen Menschen anfühlen, der wenig oder gar nix von Hunden versteht? Das Gegenbeispiel: Ein Fahrradfahrer nähert sich einer Gruppe von zwei Menschen und 3 Hunden. Da er von hinten naht, klingelt er aus weiter Ferne. Die Halter rufen sofort ihre Hunde zu sich, lassen sie am Wegesrand absitzen. Der Fahrradfahrer fährt langsam vorbei, sagt anerkennend "Danke" und: - Es fand eine qualitativ hoch soziale Kommunikation zwischen den   beteiligten Menschen statt. - Die Hunde haben "Rückruf", "Sitz" und "Bleib" geübt. - Der Fahrradfahrer weiß: "Aha, die haben ihre Hunde unter   Kontrolle". - Die Hundehalter wissen: "Aha, wir haben unsere Hunde aber   wirklich mal gut unter Kontrolle und der nette Fahrradfahrer hat es   auch noch bemerkt und honoriert". Ob wir es als Hundehalter wahrhaben wollen oder nicht, wir tragen große Verantwortung, wenn wir mit unserem Hund unterwegs sind. Natürlich kommt es zu ungewollten Zwischenfälle, unglücklichen Situationen, oder gar zu Beißvorfällen. Doch abgesehen davon, liegt es zu einem Großteil an uns, ob es zu generellen Leinenzwang-Erlassen in bestimmten Gebieten kommt, ob wir Nichthundefreunde mit unserem vorbildlichem "menschlichem" Sozialverhalten überzeugen, dass wir keine Gefahr oder Beeinträchtigung für sie darstellen und wie sehr wir dem Vorurteil Vorschub leisten, dass wir mit dem Kot unserer Hunde die Umwelt verdrecken und die auf Feldern angebauten Lebensmittel ungeniesbar machen.

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Welcher Hund passt zu mir?
Vegane Ernährung von Hunden: Tierquälerei oder Alternative?
Toleranz gegenüber Menschen ohne Hund
© Dogs Care Schaper 2018
Ein gelbes Tuch für meinen Hund? Seit einigen Jahren verbreitet sich allmählich der Trend, Hunde, die aus den verschiedensten Gründen größeren Abstand zu Artgenossen/fremden Menschen haben sollen, mit gelben Tüchern/Wimpeln/Anhängern/Schleifen kenntlich zu machen. Die Gründe sind sehr vielfältig, so z.B. Leinenaggression, erhöhte Sensibilität des Tieres, Erkrankungen (ansteckend, post-OP u.ä.), Training, welches nicht unterbrochen werden soll... . Die aus Schweden stammende „Gulahund-Yellowdog“- Idee ist nachvollziehbar und sicher für den ein oder anderen Hund und dessen Halter mit einer erhöhten Chance verbunden, dass der mit dem gelben Symbol erbetene Freiraum vielleicht gewährt wird. So sehr ich die Idee auch begrüße, so deutlich sehe ich auch die Schwachstellen des Gulahund-Projektes. Eine Zusammenfassung von Hundebegegnungen der letzten 23 Jahre soll dies verdeutlichen: Gehe ich mit meinen beiden Hunden spazieren, laufen diese meistens frei, da sie jederzeit abrufbar sind, nicht jagen und sich immer in meiner unmittelbaren Nähe aufhalten. Begegnen uns nun andere Hunde und deren Halter, rufe ich meine Hunde zu mir und leine sie (kennen wir den Hund nicht) an. Jetzt passiert folgendes: Ca. 20% der uns entgegen Kommenden rufen nun ebenfalls ihren Hund zurück und leinen auch diesen an (hier wäre kein gelbes Tuch nötig). Ca. 30 % der uns entgegen Kommenden teilen mir schon von weitem mit, dass ihr Hund nix macht, oder sie fragen schreiend, ob ein Rüde dabei ist. Schreie ich nun zurück, dass mir das alles egal ist und sie ihren Hund bitte anleinen sollen, da mein Rüde gewisse Individualabstands-Probleme mit (bei Nichtbeachtung) nachfolgender Aggression hat, kommt es zu: A: ca. 50 % „Meiner verträgt sich eigentlich mit allen“ oder „Die können sich ja wenigstens mal beschnüffeln“ oder „Dann müssen Sie mal an seiner Sozialkompetenz arbeiten!“ B: ca. 50 % „Meinem schadet das nichts, wenn ihm mal gezeigt wird, wo's langgeht“ oder „Die regeln das schon unter sich“. Vielleicht hätten in diesen exemplarisch aufgezeigten Fällen gelbe Tücher etwas bewirkt? Vielleicht. Doch kommen wir zu den restlichen ca. 50% (die sich anfühlen, als ob es 90% wären). Die entgegenkommenden Halter KÖNNEN ihren Hund gar nicht zurück rufen, selbst wenn sie wollten, denn er hat es nie oder nie richtig gelernt. Hier könnte ich meine Hunde bewimpeln und beflaggen wie die Gorch Fock bei der Kieler Woche. Es würde keinen Unterschied machen. In diesen Fällen also kein Gewinn durch gelbe Tücher. Und jetzt nehmen wir noch rein hypothetisch das Beispiel eines Hundehalters, der nie von der Aktion Gulahund gehört hat oder dessen gelbe Tücher gerade in der Wäsche sind oder der das Gefühl hat, sich und seinen Hund zu stigmatisieren usw. Kommt nun ein anderer Halter mit Hund des Weges, könnte es durchaus sein, das dieser denkt: „Soso, der Hund ist zwar angeleint, aber ich sehe kein gelbes Tuch. Alles klar, Wutz! Geh den Kammeraden mal begrüßen.“ Die eigentlich tolle Idee mit dem Gulahund hätte sich nun ins Gegenteil verkehrt. Und hier sind wir schon am Kern dieses Textes angekommen: Ein Tuch löst kein Problem, dass der Halter eines Hundes mit seinem Verständnis von Rücksichtnahme und Respekt gegenüber anderen Haltern und Hunden hat. Tatsächlich sehe ich es sogar als ziemliches Armutszeugnis für uns Hundehalter, dass wir die Tiere mit leuchtenden Farben markieren müssen, um das Selbstverständlichste zu erbitten, nämlich Rücksichtnahme und Respekt gegenüber Tier und Mensch. Ganz sicher wird es den ein oder anderen Hundemenschen etwas sensibler auf andere Hunde reagieren lassen. Sollte sich das Gulahund-Prinzip durchsetzen, werden wir vielleicht mit Erschrecken sehen, wie viele Hunde tatsächlich mehr Platz und Ruhe vor anderen Individuen brauchen. Und damit auch: Wie viele Menschen bisher aus falsch verstandener Höflichkeit gegenüber anderen (weniger rücksichtsvollen und sensiblen) Hundehaltern ihre Hunde oft Situationen ausgesetzt haben, denen diese gar nicht gewachsen waren. Das Gulahund-Yellowdog-Programm: Eine super Idee, die allerdings die Mitarbeit und das Verständnis der meisten Hundehalter erfordert (wäre dies gegeben, brauchten wir jedoch keine gelben Schleifen mehr). Dirk Schaper
Wie oft höre ich von Kunden, dass sie sehr wohl wissen, dass ihr Hund besser „hören“ würde, wenn sie nur konsequenter wären. Doch frage ich nach, was denn eine konsequentere Erziehung bedeutet, wissen viele Halter gar nicht so genau, wie das im Alltag aussehen könnte. Häufig wird eine konsequentere Erziehung mit Durchsetzung, Unterordnung oder gar Bestrafung assoziiert. Aber ist es das, worum es dabei geht? Zunächst kann man davon ausgehen, dass die Konsequenz auf ein bestimmtes Verhalten des Hundes zur Folge hat, dass der Hund dieses Verhalten weniger oft oder gar nicht mehr zeigt oder sein Verhalten verändert oder es sogar vermehrt an den Tag legt. Und hier fällt schon auf, dass der Begriff Konsequenz leider häufig mit unerwünschtem Verhalten in Verbindung gebracht wird. Doch betrachten wir die Möglichkeit, konsequent zu reagieren, unter positiven Gesichtspunkten. Somit haben wir als Hundehalter ein wundervolles Werkzeug, um einerseits dem Hund zu zeigen, was wir von ihm erwarten (denn ist die Konsequenz auf ein erwünschtes Verhalten positiv für den Hund, wird er dieses Verhalten auch häufiger zeigen). Andererseits festigen wir so ganz nebenbei die Beziehung zu unserem Tier. Exemplarisch beschreibe ich hier ein Beispiel und damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten, konsequent zu agieren: Ein Hund kommt oftmals nicht, oder nur nach mehrmaligem Rufen zurück zu Herrchen oder Frauchen. Negative Konsequenz: Nachdem der Hund auf das freundliche „HIER“ nicht sofort zurück kommt, wird der Ton strenger und fordernder. Kommt der Hund nun doch endlich mal zurück, ist Herrchen/Frauchen etwas gereizt und der Hund bekommt die Konsequenzen seines Handelns zu spüren. Der Besitzer reagiert ärgerlich, der Hund muss vielleicht zur „Strafe“ an die Leine, im schlimmsten Fall wird körperlich strafend auf ihn eingewirkt. Das Ergebnis der Konsequenzen, die der Menschen aus dem Verhalten des Hundes zieht: Der Hund bemerkt, dass sein Zurückkommen mit unangenehmen Folgen verbunden ist. (Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund versteht, dass die Konsequenzen das Ergebnis seiner erstmaligen Verweigerungen auf den freundlichen Rückruf sind, liegt bei Null.) Was wird der Hund beim nächsten „HIER“ tun? Positive Konsequenz: Immer wenn der Hund sofort nach dem „HIER“ zu seinem Besitzer zurückkommt, wird er mit positiven Konsequenzen konfrontiert. Das bedeutet, der Hund wird freundlich empfangen, er wird gelobt, gestreichelt, es wird mit ihm ein bisschen gespielt, vielleicht gibt es zusätzlich noch ein feines Leckerchen. Was wird der Hund beim nächsten „HIER“ tun? Dieses Beispiel soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Rückrufsignal, wie jedes andere auch, unglaublich oft geübt werden muss. Und zwar dann, wenn es der Hund auch ohne Mühe umsetzen kann. Hat er einige hundert Male die Erfahrung gemacht, dass die Konsequenz seines sofortigen Zurückkommens ausschließlich positiv bestätigt wird, kann dieses Signal auch in etwas schwierigeren Situationen genutzt werden und die Außenreize können zunehmend gesteigert werden. Hundeerziehung ist immer Beziehungsarbeit. Mit einem Umdenken, weg von der Strafe für unerwünschtes Verhalten, hin zur Bestätigung erwünschten Verhaltens, können Hund und Halter neue und für beide Seiten mit positiven Erlebnissen gesäumte Wege gehen. Dirk Schaper
Konsequent in der Hundeerziehung